14.01.2010
Hamburg. „Klimaschutz und nachhaltige Entwicklung haben fürHamburg einen besonderen Stellenwert“. Mit diesen Worten eröffnete Dr. Stephan Hugo Winters, Staatsrat der Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt (BSU) am 14. Januar 2010 die offizielle Vorstellung der "Individualisierten Motorsteuerung" in der Hafencity. Dabei wurde eine innovative Antriebstechnik für Stadtbusse vorgestellt. Diese ermöglicht, dass sowohl Treibstoffverbrauch als auch CO2-Emissionen im Durchschnitt um 12% reduziert werden.
Um dem ganzen ein Bild zu geben, wurden 18 Industriefässer symbolisch für diese Kraftstoffeinsparung neben einem Linienbus aufgestellt. Exakt diese Menge spart ein Bus nach der Umrüstung pro Jahr ein. „Erst wenn man diesen Vergleich sieht, kann man sich vorstellen, welche enorme Menge ein Bus in seiner gesamten Nutzungszeit einsparen kann“ betont Ralf-Dieter Pemöller, Vorstand der Verkehrsbetriebe Hamburg-Holstein AG (VHH).
Gemeinsam mit der VHH PVG entwickelte die Economymax GmbH aus Hamburg eine neuartige Motorsteuerung. „Es liegt auf der Hand, dass die standardisierte Motorsteuerung der Hersteller nicht gleichzeitig für Stadt- und Fernverkehr optimiert sein kann“ erläutert Rüdiger Baars, Geschäftsführer der Economymax GmbH. So werden die Fahrzeuge, die für den Hamburger Stadtverkehr eingesetzt werden, baugleich auch im ländlichen Raum genutzt. Jedoch sind die einsatzspezifischen Anforderungen an das Fahrzeug sehr unterschiedlich. Im Linienverkehr Hamburgs beschleunigt und bremst das Fahrzeug häufiger, konstante Geschwindigkeiten werden kaum gehalten.
Aufgrund von Analysen werden beispielsweiseLadedruck und Einspritzmenge der Motoren angepasst. Dabei verändert sich auch das Drehmoment. Durch ausgeklügelte Systeme wird so ein Optimum ermittelt und der Motor dementsprechend „umprogrammiert“.
Bei dem Pilotprojekt wurden zunächst die Motorensteuerungen von 20 Fahrzeugen den städtischen Bedingungen angepasst. Durch das überaus positive Ergebnis wurde das Projekt zunächst auf 65 Fahrzeuge ausgeweitet.
Der besondere Vorteil der Entwicklung liegt in der sofortigen Verfügbarkeit und der Anwendbarkeit auf die bestehenden Fahrzeuge. Die Umrüstung bereits vorhandener Fahrzeuge erwies sich als problemlos und einfach.
Bei einem einzigen Bus werden pro Jahr 3.600 Liter Dieselkraftstoff eingespart und der CO2- Ausstoß wird um 5.280 m³ reduziert! Durch die Abgasuntersuchungen im Fahrbetrieb wurde ermittelt, dass eine Reduzierung von NO2 (Stickstoffdioxid) und Rußpartikel von bis zu einem Drittel möglich ist.
„Dies ist nicht nur im Hinblick auf die Kostenreduzierung ein positiver Effekt. Gleichzeitig schonen wir die Umwelt und leisten einen Beitrag dazu, überflüssige Abgasemissionen im Stadtbereich zu vermeiden. Ökologisches Denken und wirtschaftliches Handeln passen dabei sehr gut zusammen“, erklärten Pemöller und Baars.
Da ein Eingriff in die Motorsteuerung die Betriebserlaubnis verfallen lässt, musste zunächst eine Sondergenehmigung beantragt werden. Nach einer repräsentativen Testphase und Überprüfung durch das Institut für Fahrzeugtechnik und Mobilität des TÜV Nord wurden die Veränderungen an der Motorsteuerung inzwischen beim Kraftfahrtbundesamt angemeldet und für den Straßenverkehr zugelassen. Einer Umrüstung von weiteren Fahrzeugen stand nunmehr nichts mehr im Wege. Doch das Projekt steht erst noch am Anfang und weitere Schritte sind bereits in Planung.
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Pressebilder:

15.12.2011
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24.01.2012
Linien 13 u. 156 - Sperrung Veringstraße
(gültig bis 26.05.12)
26.01.2012
Linien 2 + 288 - Umleitung in Altona
(gültig bis 30.06.12)
06.03.2012
Linie 7141 - Umleitung in Sülfeld
(gültig bis 31.10.12)
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